Synopsis

Vor 20 Jahren schon entstand die Idee zu der zweiteiligen Skulptur Standortmitte von Lutz Fritsch: Zwei identische, 50 Meter hohe, leuchtend rot lackierte Stelen an den Endpunkten der ältesten Autobahn Deutschlands, der A 555. Über die Strecke von 22,5 Kilometern hinweg treten der Kölner und der Bonner Verteilerkreis in einen Dialog miteinander – und damit auch die Städte Köln und Bonn. Das dazwischen liegende, oft übersehene Vorgebirge wird zum Teil der Skulptur. Die Stelen bilden weithin sichtbare Landmarken, die den Raum untersuchen und erforschen, ohne ihn zu besetzen.

Der entscheidende Moment, in dem die Skulptur zu dem wird, was sie in der Vorstellung des Künstlers schon immer war, in dem sie sich mit den vorgesehenen Orten verbindet und sich zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert, ist der Moment der Aufstellung, der Errichtung, der Montage der Skulptur Standortmitte.

Der Film AUS DER WAAGERECHTEN IN DIE SENKRECHTE widmet sich genau diesem Prozess, macht die Errichtung des Kunstwerks so fühlbar und nachvollziehbar, wie es der Größe des Moments entspricht. Gleichzeitig wird auf der Tonebene mit Stimmen, Tönen und Geräuschen die Geschichte der Skulptur erzählt:– nicht in Form von Statements, sondern von Erinnerungen, Gedanken, Gesprächsfetzen, geäußerten Emotionen und sorgfältig gestalteter Soundcollage. Auch die Autos, die Bagger und die Kräne erzählen ihre Geschichte von der Montage der Skulptur.