Synopsis

   

Die 39jährige Kölner Tänzerin und Choreographin Gerda König hat Muskelatrophie. Weil sich kein Muskelgewebe bildet, führt sie ein Leben ohne Kraft in Armen und Beinen. Sie ist auf den elektrischen Rollstuhl angewiesen. Auf den ersten Blick wirkt die zierliche Frau schutzbedürftig und zerbrechlich. Doch auf der Bühne entfaltet sich eine faszinierende Persönlichkeit. Mit kleinsten Bewegungen zieht sie die Zuschauer in ihren Bann. In ihren Stücken setzt sie sich mit der gesellschaftlichen Funktion von Tabus auseinander. Den Mut, die Zuschauer ungewöhnlichen und provozierenden Bildern auszusetzen, schöpft sie aus dem Kampf mit der Alltagswelt, den sie selbst tagtäglich führt.

Seitdem Gerda König 1995 die Tanzcompany DIN A 13 gegründet hat, ist sie nicht nur in Deutschland, sondern auch international überaus erfolgreich. Mit ihrem Ensemble ist sie regelmäßiger Gast auf Tanztheater-Festivals in Skandinavien, Osteuropa, Südamerika und den USA. Weltweit gibt es nur wenige Tanzgruppen von „Tänzern mit und ohne körperliche Besonderheiten“, wie sie es ausdrückt, die auf diesem Niveau arbeiten.

Der Film „Einladung zum Tanz“ beobachtet exemplarisch die Entstehung des Tanzstücks „CounterCircles“ in Nairobi, Kenia. In einer aufwendigen Audition hat Gerda König dort fünf behinderte und nichtbehinderte Tänzer für die herausfordernde Arbeit ausgewählt. Unterstützt wurde sie dabei von zwei Tänzern ihres festen deutschen Ensembles.

In dem ostafrikanischen Land existiert kaum eine professionelle Tanzszene und die meisten Kenianer sind noch nie mit der Kunstform Tanztheater in Berührung gekommen. Während die nichtbehinderten Tänzer über eine gewisse Erfahrung verfügten, hatten die behinderten Tänzer nie zuvor auf der Bühne gestanden. Von der ersten Probe bis zur gefeierten Premiere im Nationaltheater war es ein langer Weg. Das Ergebnis ist nicht nur in künstlerischer Hinsicht überaus gelungen, es spiegelt auch die gesellschaftliche Realität in Nairobi genau wieder. Wie in vielen afrikanischen Ländern leben Arm und Reich auf engstem Raum zusammen, sind aber durch sichtbare und unsichtbare Grenzen klar voneinander getrennt. Diese Trennung zwischen Armut und Reichtum, zwischen innen und außen wird zum Leitmotiv des Stücks. Die Einblicke in die sozialen Verhältnisse kommen aus erster Hand, denn Gerda Königs Tänzer wohnen selbst in den Slums, die die Hauptstadt umgeben.

Der Film zeigt den künstlerischen Prozess der Entstehung des Stücks und bietet gleichzeitig einen ungewöhnlichen Einblick in die ostafrikanische Kultur und Lebensweise.

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